Lektion 9 von 12
In Arbeit

Schritt #8 – Bewegungen vermeiden?

Gino Lazzaro Juli 24, 2024

Notizen

Gibt es Bewegungen, vor denen du einfach Angst hast? 

Vielleicht hast du dich verletzt, als du etwas Schweres aufgehoben hast und hast deshalb Angst davor, wieder etwas Schweres zu heben? Oder hast du beim Bankdrücken Schmerzen in der Schulter bekommen und willst deshalb kein Bankdrücken machen? 

Das ist absolut normal und verständlich. Und in der ersten Phase deiner Rehabilitation ist es in den meisten Fällen auch sinnvoll, diese Bewegung zu meiden, weil sie die aktuelle Belastbarkeit deines Körpers überschreitet (wie wir in Schritt #6 besprochen haben). 

Dennoch ist es EXTREM wichtig, dass du die Bewegung schrittweise wieder in dein Training integrierst, um deinem Gehirn zu signalisieren, dass dein Körper belastbar ist! Deshalb lautet Schritt #8: 

Schritt #8: Integriere die schmerzhaften Bewegungen wieder in dein Training.

Reduziere dafür die Intensität, den Bewegungsumfang und die Dauer der Übung, sodass du sie möglichst schmerzfrei ausführen kannst. 

Dadurch hast du nämlich einen sehr positiven Einfluss auf die Gefahrenfilter, die wir in Schritt #3 besprochen haben. Deine frühere Erfahrung mit der Bewegung war Schmerz. 

Wenn du sie jetzt ohne Schmerz ausführst, wird diese Erfahrung überschrieben. Und auch deine Erwartung, bei der Bewegung Schmerzen zu haben, wird verändert, wenn du die Übung anpasst und dadurch schmerzfrei ausführen kannst. 

Ich hoffe, dass dir langsam deutlich wird, wie wertvoll dieses Wissen über Schmerzen ist und du schon die ersten Veränderungen gemacht hast, um deine Schmerzen loszuwerden. 

Jeder Mensch hat eine andere Strategie, mit Schmerzen umzugehen (in der Physiotherapie spricht man hier von “Coping-Strategien”). In der nächsten Lektion gebe ich dir spezifische Tipps für die zwei häufigsten Coping-Strategien!